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Junge Menschen haben ein Recht auf Beteiligung!

Jeder junge Mensch hat das Recht in Fragen, die ihn betreffen, angemessen beteiligt zu werden. Dieses Recht ergibt sich aus der UN-Kinderrechtskonvention. In Artikel 12 heißt es:

„Die Vertragsstaaten sichern dem Kind, das fähig ist, sich eine eigene Meinung zu bilden, das Recht zu, diese Meinung in allen das Kind berührenden Angelegenheiten frei zu äußern, und berücksichtigen die Meinung des Kindes angemessen und entsprechend seinem Alter und seiner Reife.“

Die vollständige Konvention ist in einer Broschüre des Bundesjugendministeriums nachzulesen. In Deutschland wird das Recht auf Beteiligung im §8 SGB VIII, dem Gesetz für Kinder- und Jugendhilfe, aufgegriffen. Das Land NRW hat in den Paragraphen sieben und acht des 3. Ausführungsgesetz KJHG, dieses Recht weiter ausgeführt sowie die Rechte des Kindes in der Verfassung des Landes verankert. Handlungsbedarf besteht aus Perspektive des Landesjugendrings NRW insbesondere in der noch ausstehenden Absenkung des Wahlalters auf 14 Jahre.

In anderen Bundesländern ist das Recht auf Beteiligung zusätzlich in den Gemeindeordnungen verankert. Was genau Beteiligung jedoch bedeutet und welche Methoden kindgerecht oder jugendgerecht sind, wird immer wieder debattiert. Hier ein paar Beispiele zum Einlesen:
-    Bundesjugendministerium: „Qualitätsstandards für Beteiligung von Kindern und Jugendlichen. Allgemeine Empfehlungen für die Praxisfelder Kindertageseinrichtungen, Schule, Kommune, Kinder- und Jugendarbeit und Erzieherische Hilfen“ 
-    Bundesjugendkuratorium: „Partizipation von Kindern und Jugendlichen – Zwischen Anspruch und Wirklichkeit“
- Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe (AGJ): Kommunale Kinder- und Jugendbeteiligung


Werkstätten der Demokratie
In den Jugendverbänden organisieren sich junge Menschen selbst – das bedeutet, sie entscheiden über ihre Themen, ihre Aktionsformen und vieles mehr. Die Ergebnisse ihres Tuns sind direkt fassbar, sie erleben „Selbstwirksamkeit“. Diesem Selbstverständnis geschuldet hat die Jugendverbandsarbeit auch gesetzlich verankert (§12 SGB VIII) die besondere Aufgabe, die Anliegen und Interessen von Kindern und Jugendlichen zum Ausdruck zu bringen.

Um dies zu befördern hat der Hauptausschuss des Landesjugendrings NRW 2013 Kriterien zur Partizipation in der Jugendverbandsarbeit beschlossen, die wichtige Grundsätze der Partizipation beschreiben und zur aktiven Auseinandersetzung dienen.

Partizipation in der Kommune
Die Jugendverbände und -ringe setzen sich aktiv für wirkungsvolle, themenorientierte und hochwertige Partizipationsmöglichkeiten gerade auf kommunaler Ebene ein. Hier gibt es viele unterschiedliche Formen und Methoden, z.B. die Spielleitplanung. Oft ist zu unterscheiden, ob es sich um Partizipation oder um politische Bildung (z.B. fiktive Ratssitzungen) handelt. Mindestvoraussetzungen für die häufig debattierten Jugendparlamente sind aus Perspektive des Landesjugendrings NRW z.B. eine Partizipation, die emanzipiert und nicht befriedet, die Repräsentanz vieler/aller Milieus und die Beachtung jugendkultureller Ausdrucksformen und Präferenzen. Nachzulesen sind diese und weitere Mindeststandards in den Beschlüssen (s. rechte Spalte).
Um Partizipation in der Kommune zu stärken ist es insbesondere wichtig, die Beteiligung an Jugendhilfeplanung und dem Aufstellen von Kinder- und Jugendförderplänen auszubauen.

Ansprechpartner/innen
Neben dem Landesjugendring NRW selbst und seinen Verbänden gibt es in NRW die Servicestelle für Kinder- und Jugendbeteiligung, die sich mit der Förderung von Partizipation beschäftigt und beratend Prozesse für mehr Beteiligung begleitet.

Die Servicestelle unterstützt die Arbeit des Kinder- und Jugendrates NRW, dem Zusammenschluss kommunaler Kinder- und Jugendgremien wie Jugendparlamenten und -räten.
Die Vertretung von Schülerinnen und Schülern organisieren die örtlichen (Bezirks-)SchülerInnenvertretungen. Auf Landesebene sind sie in der LandesschülerInnenvertretung NRW vertreten.
Kommunal sind die Stadt- und Kreisjugendringe in vielen Fällen qualifizierte Ansprechpartner/innen mit viel Erfahrung.