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Jugendverbandsarbeit mit jungen Geflüchteten

Foto: Fotoagentur Fox/Uwe Völkner

Die meisten Geflüchteten sind junge Menschen.* Mit ihren offenen Strukturen, vielseitigen Angeboten und jugendgerechter Ansprache sind Jugendverbände und –ringe eine gute Anlaufstelle für junge Geflüchtete in der neuen Umgebung und unterstützen sie beim Ankommen.

In den letzten Jahren sind viele Geflüchtete nach Deutschland gekommen.** Die menschenverachtenden und undemokratischen Zustände in vielen Ländern dieser Welt hindern die Menschen daran, in ihre Heimat zurückzukehren und zwingen sie, an anderen Orten etwas Neues aufzubauen. Daher ist es wichtig und richtig, Geflüchteten in Deutschland Angebote zur Integration zu machen.

Der Landesjugendring NRW will jungen Geflüchteten Unterstützung bieten, in ihrem neuen und oft völlig ungewohnten Umfeld Halt zu finden. Diese Unterstützung leisten die einzelnen Verbände des Landesjugendrings NRW auf unterschiedliche Art - beispielsweise mit Zeltlagern, Freizeitangeboten oder mit Deutschunterricht zusätzlich zur Schule.

Das gelingt gut, weil sich Jugendverbände als Orte solidarischen und demokratisch-partizipativen Umgangs miteinander auszeichnen. Hier bekommen junge Geflüchtete Gelegenheit zur Teilhabe. 

Die Stärke der Jugendverbandsarbeit als Ort der Arbeit mit jungen Geflüchteten liegt zum einen in der Erfahrung der Verbände: Nicht erst seit 2015 engagieren sich Jugendverbände im Bereich der Flüchtlingsarbeit. In regelmäßigen Treffen tauschen sich Projektverantwortliche über ihre Erfahrungen aus, um die eigene Arbeit so stets weiterzuentwickeln.

 

 

Foto: Fotoagentur Fox/Uwe Völkner

Zum anderen eignet sich die Struktur der Angebote besonders, um auf die Bedürfnisse junger Geflüchteter einzugehen: Kinder und Jugendliche kennen die Bedürfnisse ihrer Altersgenoss_innen am besten. In Jugendverbänden kommen die jungen Geflüchteten direkt mit Gleichaltrigen in Kontakt und können in der fremden Umgebung leichter neue Freundschaften knüpfen. Dementsprechend werden die Angebote der Jugendverbände bisher gut angenommen – mehr als 300 Projekte haben im Jahr 2016 weit mehr als 4.000 junge Menschen erreichen können. Dennoch sind mit der Jugendverbandsarbeit mit jungen Geflüchteten auch Herausforderungen verbunden. Wie können Angebote aussehen, die auch von geflüchteten Mädchen wahrgenommen werden? Wie können Ausflüge und Ferienfreizeitmaßnahmen vor dem Hintergrund der Residenzpflicht für Geflüchtete durchgeführt werden? Kann diese Arbeit von mehrheitlich ehrenamtlich Engagierten und nur wenigen Hauptamtlichen getragen werden? Viele Angebote zielen zunächst vor allem darauf ab, niedrigschwellige Angebote zu machen. Denn viele Geflüchtete kennen Jugendverbandsarbeit aus ihren Herkunftsländern nicht. Der erste Kontakt soll daher möglichst ohne Hürden stattfinden. Dafür braucht es eigene, neue Angebote. Auf diesen aufbauend können Geflüchtete gut und nachhaltig in bestehende Strukturen integriert werden, um ihnen langfristige Zukunftsperspektiven zu ermöglichen.***

* 2015 stellten 476.649 Menschen Antrag auf Asyl in Deutschland, 2016 waren es 745.545 (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Zahlen 2016. http://www.bamf.de)

** 2016 waren fast 3/4 der Geflüchteten jünger als 30, gut 1/3 sogar jünger als 18 Jahre (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Zahlen 2016. 2015 waren die Zahlen ähnlich: gut 70% der Geflüchteten waren unter 30, rund knapp 1/3 sogar unter 18 Jahre alt. (http://www.bamf.de

***„Antrag des Landesjugendrings NRW „Förderung von Angeboten und Projekten der Jugendverbände in NRW mit jungen Geflüchteten“ – 1. April 2016 - 31. Dezember 2016“