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Bildung: Kompetenzen für die eigene Lebensführung entwickeln

Bildung ist für das Leben junger Menschen eine entscheidende und unverzichtbare Ressource. Weit verstanden als subjektive Aneignung von Welt ist Bildung mehr als Lernen in der Schule, vielmehr ist sie die Kompetenzentwicklung für die eigene Lebensführung. Der Landesjugendring NRW nimmt kontinuierlich zur aktuellen Bildungsdebatte Stellung (vgl. Kompetenzen - Wissen - Werte. Nichtformelle und informelle Bildungsprozesse in Jugendverbänden, 2005 und Damit Schule Sinn macht, 2009). Als Interessenvertretung von Kindern und Jugendlichen mischt sich der Landesjugendring NRW zudem seit 2013 mit dem Projekt Wir hier aktiv in die Gestaltung Kommunaler Bildungslandschaften ein.

Grundlage unserer Aktivitäten im Themenfeld Bildung ist folgendes Grundverständnis von Bildung:

Bildung

  • ist subjektiv, ein offener, biografischer Prozess, der bei jedem anders ist. Sie ist abhängig von der Lebenswelt des jeweiligen Menschen. Er_sie lebt in einer bestimmten Umgebung, steht in Beziehung zu verschiedenen Personen, verfügt über gewisse Ressourcen und wird mit kulturellen und sozialen Werten und Deutungsmustern konfrontiert.
  • heißt, sich (selbst) bilden: Im Austausch und der Auseinandersetzung mit sich selbst, den ihn umgebenden Dingen und anderen Menschen verändert der Lernende sich aktiv selbst.
  • ist mehr als Schule, mehr als berufsrelevante Fertigkeiten und Wissensinhalte, die man in Ausbildung und Studium lernt. Bildung ist das Vermögen, sich in der globalen, vielfältigen und dadurch auch immer unübersichtlicher werdenden Welt zurechtzufinden und diese mitzugestalten.
  • ist Grundlage einer selbstbestimmten Lebensführung: Insbesondere für junge Menschen ist Bildung der Ausgangspunkt für die individuelle Entwicklung. Bildung dient der Entfaltung der eigenen Persönlichkeit und Individualität und ist gleichzeitig Voraussetzung für soziale, kulturelle und politische Teilhabe. Bildung ist demnach nicht nur Grundlage der Selbstbestimmungsfähigkeit für die eigene Lebensgestaltung, sondern zudem für die Mitbestimmungsfähigkeit zur Gestaltung der gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse.
  • im Jugendverband: Jugendverbandsarbeit ist Bildungsarbeit. Mit ihren grundlegenden Prinzipien Freiwilligkeit und Selbstorganisation bieten Jugendverbände Kindern und Jugendlichen vielfältige Selbstbildungs- und Entfaltungsmöglichkeiten. In Jugendverbänden „leiten“ junge Menschen sich selbst. Beständig und alltäglich finden informelle Bildungsprozesse statt, durch die junge Menschen Kompetenzen für eine erfolgreiche Lebensbewältigung entwickeln, wie bspw. Selbstbestimmung, Handlungsfähigkeit, Kritikfähigkeit und Verantwortung. Die Jugendverbände stellen dabei nicht nur Freiräume zur Verfügung, die selbstständig gestaltet werden können, sondern auch Orientierungsräume bei Schwierigkeiten und Verunsicherungen des Alltags. Darüber hinaus bieten Jugendverbände eine Vielzahl non-formaler Bildungsangebote. Didaktisch und methodisch aufbereitet – aber ohne feste Curricula – werden soziale und personale Kompetenzen sowie handwerkliche, körperliche, technische und kreative Fähigkeiten vermittelt. Thematisch sind den Angeboten keine Grenzen gesetzt, die Vielfältigkeit der Verbände spiegelt sich in der Vielfältigkeit der Angebote.