Jugendarbeit NRW

Jugendarbeit NRW

Gesetzliche Grundlagen der Kinder- und Jugendarbeit in der BRD

Grundlage der Kinder- und Jugendarbeit in der Bundesrepublik Deutschland ist das Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG). Es ist ein Bundesgesetz und gilt für alle Bundesländer und Kommunen. Nach § 15 dieses Gesetzes sind die Bundesländer verpflichtet, näheres zum Inhalt und Umfang der Handlungsfelder der Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit und des erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes zu regeln. Wie in vielen Bundesgesetzen wird daher auch im KJHG nur der Rahmen bestimmt; das Nähere wird in Landesausführungsgesetzen festgelegt und kann zwischen den Bundesländern unterschiedlich geregelt sein. Für die Jugendarbeit in Nordrhein-Westfalen hat das Land ein erstes, zweites und drittes Gesetz zur Ausführung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (3. AG KJHG - KJFöG) verabschiedet.

Die Jugendarbeit unterscheidet sich von anderen Erziehungs- und Bildungsbereichen durch folgende Arbeitsprinzipien:

  • Freiwilligkeit der Teilnahme
  • Vielfalt der Inhalte, Methoden und Arbeitsformen
  • Mitbestimmung, Mitgestaltung, Selbstorganisation
  • Lebenswelt- und Alltagsorientierung
  • Anknüpfen an den Interessen und Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen
  • Ergebnis- und Prozessoffenheit
  • überwiegend ehrenamtliche Tätigkeit
  • Vielfalt von Organisationen und Trägern

Die Aufgaben der Jugendarbeit werden von öffentlichen und freien Trägern wahrgenommen. Dadurch soll gewährleistet werden, dass sich eine auf Vielfalt und unterschiedlichen Überzeugungen basierende Landschaft der Jugendarbeit entwickelt. Freie Träger sind Vereine, Verbände, Jugendinitiativen. Öffentliche Träger sind die Gemeinden, Landkreis, freie Städte, Länder, und Bund. 

Kinder- und Jugendarbeit auf Landesebene in NRW

Die oberste Landesjugendbehörde - i.d.R. das Ministerium mit dem Ressort Jugendarbeit – hat die Aufgabe, die Tätigkeit der Träger der öffentlichen und freien Jugendarbeit weiter zu entwickeln und zu fördern; sie leitet, entscheidet und verantwortet letztendlich Fragen der Jugendarbeit in NRW.

In Nordrhein-Westfalen nehmen darüber hinaus auch die beiden Landesjugendämter Rheinland und Westfalen-Lippe Aufgaben der Jugendarbeit wahr. Die Landesjugendämter bestehen jeweils aus dem Landesjugendhilfeausschuss und der Verwaltung des Landesjugendamtes.

Die Träger der freien Jugendarbeit  haben sich zum Arbeitskreis G 5 zusammengeschlossen. Es handelt sich um einen freiwilligen Zusammenschluss, der die Autonomie der einzelnen Träger nicht beeinträchtigt.

Träger der Jugendarbeit im Landesjugendring sind die Mitgliedsverbände; Arbeitsgrundlage für den Landesjugendring ist die Satzung.

Kinder- und Jugendarbeit auf kommunaler Ebene

Die dritte Ebene nach Bund und Land ist die Kommune. In Nordrhein-Westfalen gibt es 396 Kommunen. Davon haben 180 ein eigenes Jugendamt (91 in Westfalen-Lippe und 89 im Rheinland - inkl. Kreisjugendämter! - Stand 05/2007). Die Jugendarbeit auf örtlicher Ebene gliedert sich wie bei den Landesjugendämtern in Jugendhilfeausschuss und Verwaltung des Jugendamtes.

Umgesetzt wird die Jugendarbeit vor Ort durch die öffentliche und freie Jugendarbeit. Die freie Jugendarbeit hat sich in vielen Kommunen in Stadt- und Kreisjugendringen zusammengeschlossen.