Arbeitsfelder

Trauma

Viele junge Geflüchtete die nach Deutschland kommen, haben traumatische Erfahrungen gemacht. Wenn sie in den Jugendverbänden und ihren Projekten ankommen, bringen sie diese Erfahrungen mit. Deswegen gibt es eine große Nachfrage nach Methoden, wie ein guter Umgang mit traumatisierten Jugendlichen aussieht.  

Jugendverbände müssen keine Experten im Umgang mit traumatisierten Menschen sein

Jugendverbände haben ganz unterschiedliche Stärken. Für manche steht der Naturschutz ganz oben, für andere die politische Bildung. In der Arbeit mit Geflüchteten nutzt jeder Verband seine individuellen Stärken und findet dabei kreative Lösungen, die eigenen Schwerpunktthemen auf geflüchtete Kinder und Jugendliche zu beziehen. Da traumatische Erfahrungen die Kinder und Jugendlichen in die Projekten begleiten, können sie auch prinzipiell immer in der gemeinsamen Arbeit einen Platz einnehmen. Sie betreffen gleichzeitig aber nicht nur Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung. Die entsprechenden Herausforderungen sind in den Verbänden daher oft auch schon bekannt. Insgesamt ist es bei der Bewältigung traumatischer Erlebnisse für Kinder und Jugendliche von höchster Wichtigkeit, verlässliche Ansprechpartner_innen zu haben und Raum für Freizeit und Erholung zu haben.
Aber: Traumata können und müssen in der klassischen Jugendverbandsarbeit nicht aufgearbeitet oder aufgelöst werden. Wenn eine akute Erinnerung an ein traumatisches Ereignis die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen unmöglich macht, muss externe Unterstützung her. 


Erste- Hilfe- Anleitung
 
Dennoch bleiben traumatische Erinnerungen Teil der gemeinsamen Arbeit und werfen berechtigte Fragen auf: Wie gehen Ehrenamtliche damit um, falls ein belastendes Erlebnis in der gemeinsamen Arbeit hochkommt?
Hierzu gibt es eine gute Möglichkeit, bei traumatischen Flashbacks eine Person behutsam zurück ins Hier und Jetzt zu holen:

Stelle diese drei Fragen und lass die Person sich immer 30 Sekunden lang konzentrieren:

„Was siehst du?“

„Was hörst du?“

„Was fühlst du?“

Hol die Person mit deinen eigenen Worten in die Situation zurück, z.B.: „Wir sind hier am See, du bist in Sicherheit.“ Nenne das Datum, sprich die Person mit Namen an, benenne Freund_innen, sprich möglichst in Landessprache mit der Person oder such jemanden zum Übersetzen.
 

Jugendverbands-arbeit mit jungen Geflüchteten 2016 - 2017

Schutzfaktoren bei der Bewältigung traumatischer Lebensereignisse für junge Geflüchtete
von Carla Petroll


Download Artikel