Arbeitsfelder

Sprachen lernen

© Landesjugendring NRW

Deutsch zu lernen ist die Basis zur Integration Geflüchteter in Deutschland. Jugendverbandsarbeit leistet dazu einen wichtigen Beitrag, der Spracherwerb funktioniert hier meist ganz praktisch über gemeinsame Freizeitangebote von Einheimischen und Geflüchteten. Hier lernen sich Kinder und Jugendliche gegenseitig kennen, spielen miteinander und begegnen dabei auch fremden Sprachen.Die besondere Herausforderung für Jugendverbände liegt darin, dass Sprachkurse normalerweise nicht Teil ihres Angebotes sind. Diese Angebote und Strukturen müssen also erst einmal geschaffen werden.

Worum geht es hier?
Die djo-Deutsche Jugend in Europa (djoNRW) bietet eine Plattform für selbst organisierte Sprachkurse und in Kooperation mit dem Assyrischen Jugendverband Mitteleuropa e.V. (AJM) Sportangebote, in denen die Sprache nebenbei gelernt wird. Die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) bietet Nachhilfe und individuelle Unterstützung für Geflüchtete in Grundschulen an. Und Sprachenlernen ist auch ein wichtiger Bestandteil von Welcome-Cafés, wie beispielsweise vom Landesjugendwerk der AWO NRW (Kreisjugendwerk Minden-Lübbecke).

Was gibt es für Aktionen? 
Die djoNRW bietet einen trilingualen (!) Sprachkurs an. Die Teilnehmenden bringen sich dort gegenseitig Aramäisch, Arabisch und Deutsch bei. Die DPSG unterstützt geflüchtete Grundschulkinder mit individueller Nachhilfe.

Besonders gut klappt hier
In Gütersloh wohnen viele Geflüchtete mit assyrischem Migrationshintergrund. Sie bevorzugen diese Umgebung, weil viele dort bereits Kontakte zu Familie oder Freund_innen haben. Viele Teilnehmenden im Sprachkurs der djoNRW kennen sich deswegen oft schon – so fällt die Sprachvermittlung untereinander leicht. Die Gruppe dient außerdem als Ausgangspunkt für weitere Aktivitäten.
In der DPSG haben sich sehr schnell Engagierte für das Angebot gefunden. Dabei hilft auch, dass die Aufgabe als spannender Nebenjob wahrgenommen wird und der Spracherwerb auf spielerische Weise erfolgt.

 Gelingensfaktoren:

  • Gute persönliche Basis, persönliche Kontakte
  • Gegenseitige Wissensvermittlung auf Augenhöhe
  • Engagierte Vermittelnde
  • Arbeit im Projekt als spannender Nebenjob
  • Regelmäßiges Angebot
  • Spielerisches Lernumfeld

Das klappt hier nicht so gut
In den Projekten selbst gibt es in Bezug auf das Sprachenlernen keine nennenswerten Schwierigkeiten. Das liegt auch daran, dass es etwa im Unterschied zur Schule keinen festen Erwartungshorizont gibt. Am Ende eines Kurses werden keine Prüfungen geschrieben, niemand bekommt eine Note. Viel wichtiger ist, dass alle Spaß haben und sich austauschen.

Jugendverbands-arbeit mit jungen Geflüchteten 2016 - 2017