Arbeitsfelder

Natur

© Landesjugendring NRW, AEJ-NRW

In der Natur gelten eigene Regeln: Schuhe dürfen dreckig werden, Stimmen dürfen laut sein. Der Blick wird weit oder kann auf etwas Kleinem ruhen. Und ganz nebenbei erschließt sich die fremde Welt rund herum ein bisschen mehr.

Worum geht es hier?
Die Naturschutzjugend NRW (NAJU NRW) geht mit einheimischen und geflüchteten Kindern zwischen sechs und zwölf Jahren in die Natur, um mit ihnen ihre Umgebung kennenzulernen.
Der Ring deutscher Pfadfinder- und Pfadfinderinnenverbände (rdp-NRW), vor Ort die Ev. Kinder- und Jugendarbeit “RatzFatz” im Kirchenkreis in Hattingen-Witten, bietet eine Naturexpedition für junge Geflüchtete unter dem Titel “Statt Flucht – Ankommen in der Natur” an, bei der eine intensive Reise zu sich selbst auf dem Programm steht.
Der Stadtjugendring Elsdorf gärtnert mit jungen Geflüchteten zwischen sechs und 18 Jahren im "Garten der Begegnung - Urban Gardening Elsdorf".

Was gibt es für Aktionen?
Die Kinder lernen mit der NAJU NRW im gemeinsamen Garten anhand von Beeten und Obstbäumen die Jahreszeiten kennen. Am „lebenden Objekt“ können die Ehrenamtlichen zeigen, welche kleinen Pflanzen als Kräuter in den Auflauf kommen und welche giftig sind. In Gruppenstunden lernen die Kinder mit Gemüsekalendern in verschiedenen Sprachen Blüte- und Erntezeiten kennen, aber auch gänzlich neue Pflanzen: Die Wachtelbohne ist z.B. untypisch in der deutschen Küche. Viele der geflüchteten Kinder kennen aber Rezepte mit der Hülsenfrucht und so wird das gemeinsame Kochen ein Austausch über Traditionen und Heimat – und die Kinder erweitern ihren Gemüsehorizont.
Bei “Statt Flucht – Ankommen in der Natur” (rdp-NRW) kommen die meisten Teilnehmenden gerade aus dem Clearing-Verfahren. Aber es gibt auch Kinder aus integrativen Klassen, geflüchtete und nicht-geflüchtete. Im Mittelpunkt steht ein gemeinsames Zeltlager mit Elementen der Erlebnispädagogik. Tagsüber gibt es Ausflüge in die Natur – die neue Umgebung kennenlernen, verschiedene Pflanzen und Tierspuren erkennen und im Boot auf dem Rursee paddeln. Mehr zu diesem Projekt hier: #Ferienlager und Tagesausflüge.
Beim Gärtnern des Stadtjugendrings Elsdorf bauen die Teilnehmenden Hochbeete aus Recyclingmaterial, legen zusammen einen Garten an und feiern zum Abschluss des Projektes gemeinsam Zuckerfest.

Besonders gut klappt hier

Die NAJU NRW konnte gut daran anknüpfen, dass ihr Dachverband, der Naturschutzbund NRW (NABU NRW), eine Naturschutzstation direkt neben einer Erstaufnahmestelle in Münster betreibt. Dahin konnten dann Kinder und Jugendliche unproblematisch zum Pflanzen und Erkunden eingeladen werden. Gut ist auch, dass sehr viel ohne Übersetzung klappt.
Der Stadtjugendring Elsdorf arbeitet bei seinem Urban Gardening-Projekt mit Erlebnispädagog_innen von X-Pad (http://xpad-erlebnispaedagogik.de) zusammen. Das für alle zugängliche Projekt erhält viel Zuspruch: Ursprünglich waren zwölf Teilnehmende geplant, es wurden 25. Besonders attraktiv ist für die Jugendlichen, dass sie ihre Umgebung nach ihren Vorstellungen gestalten können.

Gelingensfaktoren

  • Intensive Vorgespräche
  • Natur als Setting
  • Räumliche Nähe des Angebots zur Erstaufnahmestelle
  • Übersetzte Arbeitsmaterialien
  • Sprachunabhängige Wissensvermittlung
  • Kooperation mit starken Partner_innen
  • Aktive Gestaltung der eigenen Umgebung

Das klappt hier nicht so gut
Die Erstaufnahmestelle neben der Naturschutzstation in Münster wurde geschlossen. Damit verschwand auch das Fundament der lokalen Zusammenarbeit zwischen NAJU NRW und Erstaufnahmestelle. Mit den Ehrenamtlichen und den Kindern musste man dann noch mal von vorne anfangen und Kontakte knüpfen.

 Stolpersteine

  • Abhängigkeit von der Erstaufnahmestelle

Jugendverbands-arbeit mit jungen Geflüchteten 2016 - 2017